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Andreas Krumme
- Zuletzt aktualisiert am: 31. August 2026
Kurz gefasst: Eine mobile Heizzentrale ist ein transportabler, anschlussfertiger Wärmeerzeuger auf Anhänger oder im Container. Sie erzeugt Heizwasser und speist es über Vor- und Rücklauf in ein bestehendes Heizsystem ein. Typische Leistungen bei ICS reichen von 150 kW bis etwa 2.000 kW pro Einheit, im Verbund auch weit darüber. Über die Eignung entscheiden in der Praxis nicht die Kilowatt, sondern vier Größen: Druckstufe, Temperaturniveau, Volumenstrom und Wasserqualität. Dieser Leitfaden erklärt die Technik, die Auslegung und die vier gängigen Einbindungsvarianten.
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In diesem Artikel
Was ist eine mobile Heizzentrale?
Eine mobile Heizzentrale ist eine vollständige Heizzentrale im Transportgehäuse: Kessel, Brenner, Umwälzpumpe, Ausdehnungsgefäß, Sicherheitstechnik, Regelung und Abgasanlage sind werkseitig verbaut und vorgeprüft. Vor Ort werden nur vier Dinge angeschlossen — Vorlauf, Rücklauf, Brennstoff und Strom.
Mobile Heizzentrale, Warmlufterzeuger oder Elektroheizmobil?
Der Begriff „mobile Heizzentrale” wird im Markt für sehr unterschiedliche Geräte verwendet. Für die Planung ist die Unterscheidung entscheidend, denn sie bestimmt, ob überhaupt eine Hydraulik gebraucht wird und ob Verbrennungsfeuchte in den Raum gelangt.
Gerätetyp | Verbrennung | Abgasführung | Feuchteeintrag in den Raum | Wärmeträger | Typische Leistung |
|---|---|---|---|---|---|
Direkt befeuerter Warmlufterzeuger | im Luftstrom | in die Raumluft | ja (Verbrennungswasser) | Luft | ca. 20–150 kW |
vom Luftstrom getrennt | über Kamin nach außen | nein | Luft | ca. 70–200 kW | |
Wassergeführte mobile Heizzentrale | im Kessel | eigene Abgasanlage | nein | Heizwasser | ca. 150 kW – 10 MW |
keine | keine | nein | Heizwasser | ca. 3–42 kW |
Drei Konsequenzen ergeben sich unmittelbar:
- Direkt befeuerte Geräte scheiden bei Trocknungsaufgaben aus. Sie bringen Verbrennungsfeuchte genau in den Raum, den man trocknen will, und ohne Zwangslüftung besteht CO-Risiko. Für Estrich- und Bautrocknung sind wassergeführte Heizzentralen oder indirekt befeuerte Heizer die richtige Wahl.
- Nur eine wassergeführte Heizzentrale lässt sich in eine bestehende Anlage einbinden. Wer Fußbodenheizung, Radiatoren oder eine Übergabestation weiterbetreiben will, braucht Heizwasser, nicht Warmluft.
- Elektroheizmobile sind physikalisch begrenzt, nicht kaufmännisch — dazu unten die Rechnung.
Wie funktioniert eine mobile Heizzentrale?
Im Kern arbeitet eine mobile Heizzentrale wie jede ortsfeste Heizzentrale: Ein Kessel erwärmt Heizwasser, eine Umwälzpumpe fördert es über flexible Schläuche in den Vorlauf des Objekts und nimmt es im Rücklauf wieder auf. Der Unterschied liegt in der Vorfertigung — und darin, dass das Gerät sein eigenes Sicherheits- und Druckhaltesystem mitbringt.
Die Komponenten einer mobilen Heizzentrale
- Kessel und Brenner für Heizöl EL, Erdgas oder Flüssiggas; bei einigen Geräten mehrbrennstofffähig
- Umwälzpumpe, ausgelegt auf den Nennvolumenstrom (Förderhöhen marktüblich 6,5 mWS bei kleinen bis rund 25 mWS bei 1.000-kW-Geräten)
- Ausdehnungsgefäß und Druckhaltung, bei Großgeräten mit Druckhalteautomat
- Sicherheitsventil, Sicherheitstemperaturbegrenzer, Übertemperatur- und Frostschutz
- Schmutzfänger, Entlüftung, Absperr- und Füllarmaturen
- Regelung im Schaltschrank, meist mit witterungsgeführter Heizkurve, oft mit vorprogrammierten Trocknungsprogrammen
- Abgasanlage mit Schalldämpfer; bei Großanlagen sind freistehende Kamine bis rund 20 m möglich
- Brennstofftank integriert (marktüblich 1.000–2.700 l), erweiterbar über Beistelltank
- Wärmemengenzähler für die Abrechnung der gelieferten Wärme
Sicherheitstechnisch ist für Warmwasser-Heizungsanlagen bis 105 °C und bis 1 MW die DIN EN 12828 maßgeblich: Der Sicherheitstemperaturbegrenzer darf 110 °C nicht überschreiten, und bei Wassertemperaturen über 100 °C ist hinter dem Sicherheitsventil ein Entspannungstopf vorzusehen, sofern nicht ein zweiter Temperatur- und ein zweiter Druckbegrenzer vorhanden sind. Oberhalb von 1 MW oder 105 °C — dem Heißwasserbereich der Industrie — gilt ein anderer Regelrahmen.
Wie die Heizzentrale geregelt wird — und warum die Rücklauftemperatur entscheidet
Zwei Kesselwerte bestimmen, ob eine Heizzentrale zu einem Objekt passt. Der erste ist bekannt, der zweite wird bei der Anfrage regelmäßig übersehen.
- Maximale Vorlauftemperatur. Marktüblich 90 bis 100 °C — für Altbau-Auslegungen mit 90/70 also passend.
- Minimale Rücklauftemperatur. Öl- und gasbefeuerte Heizmobile fordern in ihren Datenblättern häufig mindestens 70 °C Rücklauf. Grund ist der Korrosionsschutz: Bei Nicht-Brennwertkesseln verhindert die Rücklaufanhebung, dass der Abgastaupunkt unterschritten wird (Erdgas etwa 55 °C, Heizöl etwa 45 °C) und Spannungsrisse entstehen.
Was das praktisch bedeutet: Eine Standard-Heizzentrale kann die erste Phase des Funktionsheizens einer Fußbodenheizung mit 20 bis 25 °C Vorlauf nicht direkt fahren. Es braucht objektseitig einen Mischer beziehungsweise eine Rücklaufanhebung, ein niedertemperaturfähiges Gerät — oder bei kleinen Flächen ein Elektroheizmobil. Diese Frage vor der Anmietung zu klären, spart auf der Baustelle Tage.
Fernüberwachung der Heizzentrale im Betrieb
Bei Mietgeräten ist eine Fernüberwachung heute weitgehend Standard — teils serienmäßig, teils als Option. Übertragen werden typischerweise Störmeldungen, Betriebszustände und Verbrauchsdaten; der konkrete Funktionsumfang und der Übertragungsweg sind anbieterabhängig. Für Notheizungen und unbeaufsichtigte Standorte ist sie das entscheidende Kriterium: Ohne Fernmeldung merkt niemand, dass die Heizzentrale nachts ausgefallen ist — und bei Frost sind Außenleitungen in wenigen Stunden gefährdet.
Sie planen eine Heizungssanierung im Winter, eine Estrichtrocknung oder eine Ausfallabsicherung? ICS Cool Energy liefert wassergeführte Heizzentralen von 150 bis 1.950 kW deutschlandweit — inklusive Auslegung, Anschlussberatung und 24/7-Service.
Leistungsklassen mobiler Heizzentralen: von 150 kW bis über 10 MW
Bei ICS Cool Energy haben Sie eine große Auswahl an verfügbaren Leistungsklassen.
Heizzentrale als Anhänger oder als Heizcontainer?
Der Markt sortiert sich nach Bauform, nicht nach Hersteller. Die Bauform bestimmt Leistung, Anschlussgröße und Aufstellaufwand.
Bauform | Leistungsband | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
ca. 3–42 kW | Estrichtrocknung kleiner Flächen, Notheizung einzelner Wohneinheiten, Innenaufstellung ohne Abgasführung | |
Heizzentrale auf Anhänger | ca. 70–950 kW | Kesselersatz, Notheizung, Baustelle; ohne Kran versetzbar |
Heizzentrale im Container (10/20 Fuß) | ca. 160–2.500 kW | Großobjekte, Quartiere, Industrie, Langzeiteinsatz |
Mehrere Heizcontainer im Verbund | über 10 MW | Netzeinspeisung, Großbaustellen, Prozesswärme, Redundanz |
Technisch sind Anhängergerät und Heizcontainer dieselbe Funktion in unterschiedlicher Verpackung. Praktisch unterscheiden sie sich in drei Punkten: Der Container bringt größere Leistung und größere Nennweiten mit, er braucht Kran oder Tieflader und eine tragfähige Stellfläche, und er ist für Einsätze über ein Quartal die wirtschaftlichere Bauform.
Die Leistungsklassen unserer ICS-Heizzentralen im Überblick
Leistungsklasse | Vorlauf max. | Hydraulischer Anschluss | Volumenstrom | Stromanschluss |
|---|---|---|---|---|
95 °C | DN50, PN16 | 1,79–3,24 m³/h | 230 V, 1-phasig, 16 A CEE | |
100 °C | DN50, PN16 | 1,17–5,84 m³/h | 230 V, 1-phasig, 16 A CEE | |
90 °C | DN65, PN16 | — | 230 V, 1-phasig, 32 A CEE | |
100 °C | DN150, PN16 | 15,5–26,9 m³/h | 400 V, 3-phasig, 32 A CEE | |
90 °C | DN150, PN16 | 23,2–40,4 m³/h | 400 V, 3-phasig, 63 A CEE |
Welchen Stromanschluss braucht eine mobile Heizzentrale?
Die Stromspalte oben lohnt einen zweiten Blick. Eine wassergeführte Heizzentrale mit mehreren hundert Kilowatt Wärmeleistung braucht nur rund 1 bis 1,5 % davon als Hilfsstrom für Pumpe, Brenner und Regelung. Ein 560-kW-Gerät läuft an einer CEE-16-A-Steckdose — Baustrom ist praktisch nie das Nadelöhr.
Bei Elektroheizmobilen gilt das Gegenteil. Sie ziehen rund 1,45 A pro kW Wärmeleistung: 40 kW schöpfen eine CEE-63-A-Steckdose praktisch aus, 100 kW bräuchten etwa 145 A, 500 kW rund 725 A — das ist ein eigener Netzanschluss, kein Baustromverteiler. Deshalb endet das elektrische Segment bei knapp 50 kW. Das ist keine Marktentscheidung, sondern das Ohmsche Gesetz.
Die richtige Heizzentrale auslegen: drei Rechnungen
Wie viel Leistung braucht eine Heizzentrale? Finden wir’s heraus.
Von der Leistung der Heizzentrale zum Volumenstrom
Die Grundbeziehung lautet Q̇ = ṁ · c · ΔT. Für die Praxis genügt die Kurzform:
Q̇ [kW] = V̇ [m³/h] × ΔT [K] × 1,163 bzw. V̇ [m³/h] = Q̇ / (1,163 × ΔT)
Der Faktor 1,163 unterstellt eine Wasserdichte von 1.000 kg/m³ und liegt bei Warmwasser damit rund 2 % auf der sicheren Seite — für Vorauslegung und Angebotsprüfung völlig ausreichend. Gegenprobe an zwei realen Geräten: Eine 560-kW-Heizzentrale bei 80/60 benötigt 24,1 m³/h, verbaut ist eine Pumpe mit 26 m³/h. Eine 1.000-kW-Heizzentrale bei 90/70 benötigt 43,0 m³/h, verbaut sind 45 m³/h. Die Formel trifft, die Differenz ist Pumpenreserve.
Die Spreizung entscheidet, nicht das Temperaturniveau
Hier liegt der häufigste Auslegungsfehler. Nicht die Vorlauftemperatur bestimmt den Volumenstrom, sondern die Spreizung ΔT zwischen Vor- und Rücklauf.
Auslegung | ΔT | Volumenstrom je 100 kW | bei 500 kW | relativer Druckverlust |
|---|---|---|---|---|
90/70 · 80/60 · 70/50 | 20 K | 4,30 m³/h | 21,5 m³/h | 1,0 (Referenz) |
55/45 · 40/30 | 10 K | 8,60 m³/h | 43,0 m³/h | 4,0 |
Merksatz: Halbierte Spreizung heißt doppelter Volumenstrom und vierfacher Druckverlust. Deshalb scheitern Einbindungen an Niedertemperatursystemen (55/45, 40/30) fast nie an der Kesselleistung, sondern an Pumpe, Schlauchquerschnitt und Trassenlänge. Eine 500-kW-Einbindung braucht bei 40/30 rund 43 m³/h — durch DN50 ist das nicht sinnvoll darstellbar. Wer künftig auf eine Wärmepumpe umstellt, sollte die Übergangslösung deshalb schon am Zielsystem prüfen.
Wie viel Leistung braucht Ihr Objekt?
Für Bestandsgebäude ist die Verbrauchsmethode in der Regel belastbarer als jede Flächenkennzahl, weil Verbrauchsabrechnungen vorliegen und die Nennleistung des Altkessels notorisch überdimensioniert ist:
Heizlast [kW] ≈ Jahresverbrauch [kWh] / Vollbenutzungsstunden
Wo keine Verbrauchsdaten vorliegen, helfen Orientierungswerte nach Baualter — keine Norm-Kennwerte, denn die Norm-Heizlast wird nach DIN EN 12831-1 raumweise ermittelt: ab 2009 rund 36–38 W/m², 2002–2008 rund 43–45, 1995–2001 rund 64–67, 1984–1994 rund 95–99, 1978–1983 rund 110–115 und vor 1977 rund 157–163 W/m².
Bei Hallen und Rohbauten ist die Fläche die falsche Bezugsgröße; hier rechnet man über das Volumen. Orientierung: Neubau rund 30 W/m³, saniert rund 50, unsanierter Altbau rund 80, offener Rohbau 80–100 W/m³. Für Estrichtrocknung wird üblicherweise etwa Faktor 1,5 aufgeschlagen, für Ausfallüberbrückung etwa 1,1. Ein Zuschlag von 10 bis 20 % und der Sprung auf die nächste Gerätegröße sind Praxisstandard — normativ vorgeschrieben ist er nicht. ⟶ Links: /mietwaerme/hallenheizung/ und /mietwaerme/bauheizung/
Hydraulische Einbindung der mobilen Heizzentrale: vier Varianten
Das ist der Teil, der über Erfolg oder Ärger entscheidet — und der in Angeboten am seltensten beschrieben wird.
Variante 1 — Heizzentrale direkt als Kesselersatz einbinden
Vor- und Rücklauf werden am Kesselanschluss oder am Verteiler angebunden, der Altkessel wird beidseitig abgesperrt. Die einfachste und schnellste Lösung — zulässig aber nur, wenn alle vier Bedingungen erfüllt sind:
- Druckstufe: Der Ansprechdruck des Sicherheitsventils im Mietgerät muss über statischer Höhe plus Reserve liegen (Auslegung nach DIN EN 12828). Viele Anhängergeräte sind auf PN3 begrenzt und damit für Hochhäuser ungeeignet. Nicht die Kupplung ist das limitierende Bauteil, sondern das Sicherheitsventil.
- Temperaturniveau: Die Anlage muss den Vorlauf vertragen — und die Heizzentrale den anfallenden Rücklauf.
- Wasserqualität: VDI-2035-konformes Füllwasser, kein Glykol im Bestandssystem.
- Volumenstrom: Die Gerätepumpe muss den Volumenstrom bei der vorhandenen Spreizung liefern.
Variante 2 — Heizzentrale mit Systemtrennung über Plattenwärmetauscher
Primärkreis (Heizzentrale) und Sekundärkreis (Gebäude) werden hydraulisch getrennt. Jede Seite erhält eigene Pumpe, eigenes Ausdehnungsgefäß, eigenes Sicherheitsventil und eigene Druckhaltung. Vier gute Gründe:
- Unterschiedliche Druckstufen — PN3-Anhängergerät an PN10/PN16-Gebäude, oder Heißwasser primär an Warmwasser sekundär.
- Wasserqualität nach VDI 2035. Das ist der unterschätzte Punkt. Heizzentrale, Schlauchpaket und Wärmetauscher erhöhen das spezifische Anlagenvolumen in Litern pro Kilowatt — und nach VDI 2035 gilt damit eine strengere Härteanforderung als vorher. Wird die Heizzentrale mit unbehandeltem Trinkwasser gefüllt und direkt an ein aufbereitetes Bestandssystem gekoppelt, verschlechtert sich die Wasserqualität des Gebäudes dauerhaft, denn das Mischwasser bleibt nach Rückgabe des Geräts im Haus. Die Steinbildung tritt zuerst an der heißesten Fläche auf, dem Übertrager der Heizzentrale. Zur Orientierung die VDI-2035-Bänder: pH 8,2–10,0, salzarme Fahrweise 10–100 µS/cm, salzhaltige 100–1.500 µS/cm; die zulässige Gesamthärte staffelt sich nach Leistung und spezifischem Anlagenvolumen bis hinunter zu 0,3 °dH.
- Frostschutz. Glykol bleibt im Primärkreis, ohne das Gebäudesystem zu kontaminieren; für Frostschutz bis etwa −20 °C sind rund 40 % Propylenglykol üblich.
- Klare Haftungsgrenze zwischen Vermieter und Betreiber.
Der Preis der Systemtrennung ist die Grädigkeit des Übertragers: Bei 90 °C maximalem Vorlauf und 5 K Grädigkeit stehen sekundär nur noch etwa 85 °C zur Verfügung — bei einer 90/70-Auslegung im Auslegungsfall knapp. Das gehört in die Rechnung, nicht in die Hoffnung.
Variante 3 — Heizzentrale an einer Fernwärme-Übergabestation
Hier ist Vorsicht geboten. Technische Anschlussbedingungen von Wärmenetzen sind sehr unterschiedlich; ein reales Beispiel nennt maximal 6,0 bar Netzdruck, primär 75 bis 80 °C Vorlauf, maximal 45 °C Rücklauf als ausdrückliche Begrenzung und schreibt ausschließlich indirekte Übergabestationen vor. Ein zusätzlicher, mobiler Wärmeerzeuger ist in solchen Anschlussbedingungen typischerweise gar nicht vorgesehen.
Praktische Folge: Die Einbindung einer Heizzentrale hinter einer Übergabestation ist immer mit dem Netzbetreiber abzustimmen — insbesondere weil ein Fremderzeuger die primäre Rücklauftemperaturbegrenzung unterlaufen und im Extremfall eine Rückspeisung ins Netz verursachen kann. Rückflussverhinderer und eine eindeutige, dokumentierte Absperrung sind hier nicht optional.
Variante 4 — Heizzentralen im Verbund: Kaskade, Verteiler, Puffer
Für Großleistungen und Redundanz werden mehrere Heizzentralen über hydraulische Verteiler kaskadiert, teils mit separaten Pumpen- und Wärmetauschermodulen; Gesamtleistungen über 10 MW sind darstellbar. Ein Pufferspeicher entkoppelt Erzeuger- und Verbraucherkreis und verhindert Takten bei Teillast.
Ein Detail mit erheblicher Wirkung: Bei Schwellenwerten des Immissionsschutzrechts werden nur Teilanlagen aggregiert, die über einen gemeinsamen Schornstein ableiten. Mehrere Heizzentralen mit jeweils eigener Abgasführung werden nicht addiert. Das ist ein echter Planungshebel bei Kaskaden.
Womit die Heizzentrale angeschlossen wird
Es gibt in diesem Markt keinen einheitlichen Anschlussstandard. Anzutreffen sind PN16-Flansche (typisch bei Containern), Außengewinde in 2″ bis 3″ (typisch bei Anhängern), Storz-Kupplungen und bei Elektroheizmobilen Bajonettverschlüsse. Storz-Größen werden über den Knaggenabstand identifiziert, nicht über DN — geläufig sind D-25, C-52, C-65, B-75, B-100, A-110 und A-125, sämtlich PN16. Übergangsstücke gehören deshalb auf jede Aufstellcheckliste.
Leistung der Heizzentrale | typische Nennweite |
|---|---|
bis ca. 300 kW | DN50 / 2″ |
ca. 500–600 kW | DN65 / 2½” |
ca. 900–1.000 kW | DN75–DN100 / 3–4″ |
ca. 1.300–2.000 kW | DN150–DN200 / 6–8″ |
Weitere Punkte, die vor Ort erfahrungsgemäß Zeit kosten: Trassenlänge und Druckverlust des Schlauchpakets — die verfügbare Pumpenförderhöhe von 6,5 bis 25 mWS setzt hier eine harte Grenze —, Dämmung und Entleerungskonzept der Außenleitungen gegen Einfrieren bei Stillstand, Füll- und Spülvorgang sowie Entlüftung. Und die Frage, wer anschließen darf: Gasseitig dürfen nach § 13 NDAV nur Installationsunternehmen tätig werden, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind.
Unsicher, welche Einbindungsvariante zu Ihrem Objekt passt? Wir prüfen Druckstufe, Temperaturniveau, Volumenstrom und Anschlusspunkt vorab — und bringen das passende Schlauch- und Übergangsmaterial mit.
Aufstellung der mobilen Heizzentrale: Platz, Abgas und Schall
Containergeräte erreichen Gewichte um 10 t, Anhänger liegen bei 2,8 bis 3,5 t. Traglast der Aufstellfläche, Zugänglichkeit für Tieflader oder Kran und die Rangierfläche sind früh zu klären. Für die Abgasführung ist Landesrecht maßgeblich; die Musterregelung der Feuerungsverordnungen verlangt einen Austritt mindestens 40 cm über First oder mindestens 1 m Abstand von der Dachfläche.
Beim Schall gibt es eine Unterscheidung, die fast immer übersehen wird. Mobile Heizzentralen liegen typischerweise um 65 dB(A) in 1 m Abstand; Abgasschalldämpfer senken den Pegel um etwa 10 bis 15 dB(A). Für ortsfeste gewerbliche Anlagen gelten die Immissionsrichtwerte der TA Lärm — im Industriegebiet 70 dB(A) rund um die Uhr, im Gewerbegebiet 65 tags und 50 nachts, im allgemeinen Wohngebiet 55 und 40, bei Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen mit 45 und 35 dB(A) der strengste Wert überhaupt.
Der Sonderfall Baustelle: Die TA Lärm nimmt Baustellen ausdrücklich aus, dort gilt die AVV Baulärm. Die Zahlenwerte sind vergleichbar, aber die Nachtzeit beginnt um 20:00 Uhr statt um 22:00 Uhr. Eine 65-dB(A)-Heizzentrale an einer Baustelle im Wohngebiet wird also zwei Stunden früher zum Thema als viele annehmen.
Braucht eine mobile Heizzentrale eine Genehmigung?
In den meisten Fällen nicht. Nach BImSchG genehmigungsbedürftig sind öl- und gasbefeuerte Feuerungsanlagen erst ab 20 MW Feuerungswärmeleistung — nicht ab den vielfach zitierten 350 kW, für die sich in keiner Verordnung eine Grundlage findet. Eine einzelne mobile Heizzentrale bis rund 2 MW fällt also nicht darunter. Drei Punkte sind trotzdem zu klären:
- Einsatzdauer. Anlagen unter 1 MW, die maximal drei Monate am selben Ort betrieben werden, fallen aus dem Anwendungsbereich der 1. BImSchV — einschließlich der Schornsteinfeger-Überwachung. Wird länger geplant, kommen ab 1 MW Registrierungs- und Messpflichten nach 44. BImSchV hinzu; baurechtlich kann eine dauerhaft am selben Ort stehende Anlage als ortsgebunden gelten und eine Baugenehmigung erfordern. Das ist Landesrecht und Einzelfallbeurteilung, keine bundesweite Frist.
- Brennstofflagerung. Für Heizöl besteht ab 1 m³ oberirdisch Fachbetriebspflicht nach § 45 AwSV. Ein interner 1.500-l-Tank bleibt für sich in der niedrigsten Gefährdungsstufe; sobald ein Beistelltank über 1.000 l hinzukommt, ist die Schwelle überschritten. Auffangwanne, dichte Aufstellfläche und die Abstimmung in Wasserschutzgebieten gehören in die Planung.
- Aufstellort. Auf öffentlicher Verkehrsfläche wird eine Sondernutzungserlaubnis nach Landesstraßenrecht benötigt; Vorlaufzeiten sind kommunal sehr verschieden. Bei Flüssiggasversorgung gelten die Abstands- und Zonenregelungen der Technischen Regeln Flüssiggas.
In der Praxis übernehmen wir diese Abstimmung für unsere Kunden mit — bei Geräten ab 1 MW regeln wir auch die Betreiberpflichten ausdrücklich im Mietvertrag.
Brennstoff und Verbrauch einer mobilen Heizzentrale
Brennstoff | Heizwert (Hu) | Verbrauch je 100 kW Wärmeleistung |
|---|---|---|
Heizöl EL | 9,8 kWh/l | ca. 10,7 l/h (bei η = 0,95) |
Erdgas H | 10,4 kWh/m³ | ca. 10,1 m³/h |
Propan / Flüssiggas | 12,9 kWh/kg (≈ 6,6 kWh/l) | ca. 8,2 kg/h ≈ 16 l/h |
Merkregel: rund 10 bis 11 Liter Heizöl beziehungsweise rund 10 m³ Erdgas pro 100 kW und Betriebsstunde. Rechnen Sie l/h-Angaben aus Datenblättern nach: Ein Wert, der auf einen Nutzungsgrad über 100 % führt, ist auf den Brennwert oder auf Teillast bezogen. Beim Flüssiggas werden Heizwert und Brennwert besonders häufig vermischt, der Unterschied liegt bei etwa 8 %.
Tankdimensionierung: Eine 500-kW-Heizzentrale verbraucht bei rund 92 % Nutzungsgrad etwa 55 l/h. Ein interner 1.500-l-Tank reicht damit für etwa 27 Stunden Volllast, bei 50 % Mittellast für gut zwei Tage. Für Dauerbetrieb ist ein Beistelltank die Regel, nicht die Ausnahme.
Zur CO₂-Bilanz noch eine Einordnung, weil sie in Ausschreibungen regelmäßig für Verwirrung sorgt: Nach GEG Anlage 9 werden je Kilowattstunde Endenergie 310 g für Heizöl, 240 g für Erdgas, 270 g für Flüssiggas und 560 g für Netzstrom angesetzt. Der tatsächliche deutsche Strommix lag laut Umweltbundesamt 2025 dagegen bei 344 g/kWh. Wer ein Elektroheizmobil gegen eine Ölheizzentrale rechnet, kommt je nach herangezogenem Faktor zu gegenteiligen Ergebnissen — legen Sie deshalb immer offen, mit welchem Wert gerechnet wurde.
HVO100 in der mobilen Heizzentrale
Hydriertes Pflanzenöl nach DIN EN 15940 ist bei vielen Ölbrennern als Drop-in-Kraftstoff einsetzbar: gleiche Heizzentrale, gleiche Hydraulik, anderer Tankinhalt. Die Kaltfilterverstopfungspunkte liegen winterlich bis etwa −20 °C, die Treibhausgaseinsparung wird von Lieferanten mit mindestens 85 % gegenüber fossilem Diesel angegeben. Der technische Knackpunkt ist die Dichteabweichung gegenüber DIN 51603-1: Sie kann eine Düsen- oder Brennereinstellung erfordern und macht die Herstellerfreigabe für den jeweiligen Brenner in jedem Fall erforderlich. Der Heizwert je Liter liegt schätzungsweise 3 bis 5 % unter Heizöl EL.
Wann sich eine mobile Heizzentrale lohnt: die B2B-Einsatzfälle
Einsatzfall | Technischer Auslöser | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
Kesseltausch oder Heizungssanierung im Winter | Versorgungsunterbrechung während der Demontage | Anschlusspunkt am Kesselverteiler, Druckstufe prüfen; Variante 1 meist möglich |
Notheizung bei Kesselausfall | Reaktionszeit in Stunden | Wasserqualität unbekannt → im Zweifel Systemtrennung. ⟶ /mietwaerme/notheizung/ |
Winterbau und Bauheizung | offener Rohbau, 80–100 W/m³ zzgl. Zuschläge | AVV Baulärm mit Nachtbeginn 20:00; direkt befeuerte Geräte vermeiden. ⟶ /mietwaerme/bauheizung/ · ⟶ /ratgeber/winterbaumassnahmen/ |
Estrichtrocknung | DIN EN 1264-4, Vorlauf ab 20–25 °C | Heizzentrale mit hoher Mindest-Rücklauftemperatur braucht einen Mischer; Funktionsheizen und Belegreifheizen vertraglich trennen |
Prozesswärme in der Industrie | über 105 °C bzw. über 1 MW | anderer Regelrahmen, Systemtrennung meist zwingend |
Wärmenetz-Ausfall oder Netzerweiterung | Rücklaufbegrenzung, nur indirekte Stationen | Abstimmung mit dem Netzbetreiber, Rückflussverhinderer |
Wohnungswirtschaft und Quartier | Trinkwarmwasser-Großanlage | 60 °C am Speicheraustritt und 55 °C in der Zirkulation nach DVGW W 551 — Elektroheizmobile mit maximal 50 °C sind hier ausgeschlossen |
Halle, Produktion, Logistik | große Volumina | Auslegung über W/m³; Warmluft oder wassergeführt je nach Bestand. ⟶ /mietwaerme/hallenheizung/ |
Redundanz und Lastspitzen | Kaskadierung mehrerer Heizzentralen | getrennte Abgasführungen verhindern die Aggregation von Leistungen. ⟶ /mietwaerme/heizcontainer/ |
Checkliste: zehn Angaben für die Auslegung Ihrer Heizzentrale
- Benötigte Wärmeleistung — oder Jahresverbrauch und Vollbenutzungsstunden, oder Fläche und Volumen mit Gebäudezustand
- Vorhandene Auslegung: Vorlauf und Rücklauf, also die Spreizung
- Statische Höhe der Anlage und vorhandene Druckstufe (PN)
- Anschlusspunkt: Kesselverteiler, Übergabestation oder Heizkreisverteiler — mit Nennweite und Anschlussart
- Trassenlänge vom Aufstellort zum Anschlusspunkt
- Wasserqualität und Aufbereitung im Bestand, Glykolanteil
- Trinkwarmwasser erforderlich? Speichervolumen und Zirkulation
- Aufstellort: Traglast, Zugänglichkeit, Abstand zur nächsten Wohnnutzung, Gebietstyp für die Lärmbeurteilung
- Brennstoff und Betankungslogistik, gewünschte Autonomiezeit
- Geplante Einsatzdauer — sie entscheidet über Bau- und Immissionsschutzrecht
Diese zehn Angaben genügen uns für ein belastbares Angebot. ICS Cool Energy hält mobile Heizzentralen von 150 bis 1.950 kW, indirekt befeuerte Heizer von 70 bis 200 kW, Hochtemperatur-Heizlüfter und Mietwärmepumpen vor — deutschlandweit, mit Lieferung am selben Tag und 24/7-Service.
Häufige Fragen zur mobilen Heizzentrale
Wie funktioniert eine mobile Heizzentrale?
Ein Kessel im Anhänger oder Container erwärmt Heizwasser, eine integrierte Umwälzpumpe fördert es über flexible Schläuche in den Vorlauf des Gebäudes und nimmt es im Rücklauf wieder auf. Ausdehnungsgefäß, Druckhaltung, Sicherheitsventil, Regelung und Abgasanlage sind bereits im Gerät verbaut. Anschluss, Füllen und Entlüften erfolgen durch Fachpersonal, danach läuft die Heizzentrale wie eine ortsfeste — in der Regel witterungsgeführt über eine Heizkurve.
Wie wird eine mobile Heizzentrale hydraulisch eingebunden?
Vier Varianten sind üblich: direkt als Kesselersatz am Kesselverteiler, über einen Plattenwärmetauscher mit Systemtrennung, im Umfeld einer Fernwärme-Übergabestation nach Abstimmung mit dem Netzbetreiber, oder über Pufferspeicher und hydraulische Weiche bei Kaskaden. Welche Variante möglich ist, entscheiden Druckstufe, Temperaturniveau, Volumenstrom und Wasserqualität.
Wann braucht die Heizzentrale eine Systemtrennung über Wärmetauscher?
Immer dann, wenn Druckstufen nicht zusammenpassen, Frostschutzmittel im Primärkreis eingesetzt wird, die Wasserqualität des Bestandssystems geschützt werden muss oder eine klare Haftungsgrenze gewünscht ist. Der Preis ist die Grädigkeit des Übertragers: Sekundär stehen einige Kelvin weniger zur Verfügung als primär.
Welche Leistung braucht meine Heizzentrale?
Für Bestandsgebäude ist der Jahresverbrauch geteilt durch die Vollbenutzungsstunden die belastbarste Näherung. Für Hallen und Rohbauten rechnet man über das Volumen — offener Rohbau 80 bis 100 W/m³, mit Trocknungszuschlag etwa Faktor 1,5. Die Nennleistung des Altkessels ist dagegen fast immer zu hoch und kein guter Maßstab.
Braucht eine mobile Heizzentrale eine Genehmigung?
Nach BImSchG genehmigungsbedürftig sind öl- und gasbefeuerte Feuerungsanlagen erst ab 20 MW Feuerungswärmeleistung — eine einzelne Heizzentrale bis rund 2 MW fällt nicht darunter. Anlagen unter 1 MW, die maximal drei Monate am selben Ort betrieben werden, fallen zudem aus dem Anwendungsbereich der 1. BImSchV. Ab 1 MW ist die 44. BImSchV zu beachten. Baurechtlich kann bei längerer Standzeit eine Baugenehmigung erforderlich werden; auf öffentlicher Fläche wird eine Sondernutzungserlaubnis benötigt, bei Heizöltanks über 1 m³ greift die Fachbetriebspflicht nach AwSV.
Wie viel Brennstoff verbraucht eine mobile Heizzentrale?
Was ist der Unterschied zwischen mobiler Heizzentrale und Heizcontainer?
Technisch handelt es sich um dieselbe Funktion in unterschiedlicher Bauform. „Mobile Heizzentrale” bezeichnet im Sprachgebrauch häufig die kompaktere Ausführung auf Anhänger oder Rahmen, „Heizcontainer” die Ausführung im 10- oder 20-Fuß-Container mit größeren Leistungen, größeren Nennweiten und höherem Aufstellaufwand. Für Langzeiteinsätze und Großleistungen ist der Container die Regel.


