Wie funktioniert ein Kaltwassersatz?

Ein Kaltwassersatz (auch Chiller genannt) ist eine Kälteanlage, die einem Wasserkreislauf Wärme entzieht und das Wasser auf eine definierte Vorlauftemperatur herunterkühlt. Das gekühlte Wasser wird anschließend über Rohrleitungen zu Verbrauchern transportiert, beispielsweise zu Lüftungsgeräten, Produktionsanlagen, Maschinen oder Klimaanlagen.

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In diesem Artikel

Im Gegensatz zu einer klassischen Direktverdampfungsklimaanlage wird bei einem Kaltwassersatz also nicht die Luft selbst gekühlt, sondern zunächst Wasser oder ein Wasser-Glykol-Gemisch. Dieses dient als Transportmedium für die Kälte.

Dadurch lassen sich auch große Gebäude, Industrieanlagen oder komplexe Produktionsprozesse effizient und flexibel temperieren.

Das Grundprinzip eines Kaltwassersatzes: Wärme wird von A nach B transportiert

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme erzeugt ein Kaltwassersatz keine „Kälte“. Physikalisch betrachtet entzieht er einem Medium Wärme und gibt diese an anderer Stelle wieder ab.

Der Prozess basiert auf einem geschlossenen Kältekreislauf und nutzt die Eigenschaft des Kältemittels, abhängig vom Druck bereits bei niedrigen Temperaturen zu verdampfen und dabei Wärme aufzunehmen.

Die entzogene Wärme wird anschließend über einen Kondensator an die Umgebungsluft oder an einen separaten Wasserkreislauf abgegeben.

Die vier Hauptkomponenten eines Kaltwassersatzes

Die meisten industriell eingesetzten Kaltwassersätze arbeiten nach dem Prinzip der Kompressionskälte und bestehen im Wesentlichen aus vier Hauptkomponenten:

1. Verdampfer

Der Verdampfer bildet die Schnittstelle zwischen dem Wasserkreislauf und dem Kältemittel.

Hier strömt das zu kühlende Wasser durch einen Wärmetauscher und gibt seine Wärme an das kalte, niedrigdruckseitige Kältemittel ab, das dabei im Verdampfer verdampft. Aufgrund seines niedrigen Siedepunktes beginnt das Kältemittel bereits bei geringer Temperatur zu verdampfen.

Das Wasser verlässt den Verdampfer deutlich kühler und wird anschließend zurück zum Verbraucher gepumpt.

2. Verdichter (Kompressor)

Der gasförmige Kältemitteldampf gelangt anschließend in den Verdichter.

Dieser erhöht den Druck des Kältemittels erheblich. Durch die Kompression steigt gleichzeitig dessen Temperatur deutlich an.

Der Kompressor ist das Herzstück des gesamten Systems und übernimmt den größten Teil der elektrischen Arbeit.

Je nach Anlagengröße kommen Scroll-, Schrauben-, Kolben- oder Turbokompressoren zum Einsatz.

3. Kondensator

Im Kondensator wird die zuvor aufgenommene Wärme wieder abgeführt.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen dem gekühlten Wasserkreislauf und der Rückkühlung: Ein Kaltwassersatz erzeugt kaltes Wasser für Verbraucher wie Lüftungsgeräte, Maschinen oder Produktionsprozesse. Die dem Wasser entzogene Wärme muss anschließend jedoch an anderer Stelle abgegeben werden. Das heiße Kältemittel gibt seine Energie dafür entweder direkt an die Außenluft ab, beispielsweise bei einem luftgekühlten Kaltwassersatz, oder an einen separaten Kühlwasserkreislauf, etwa bei einem wassergekühlten Kaltwassersatz.

Ein luftgekühlter Kaltwassersatz ist also kein Widerspruch: Er kühlt weiterhin Wasser, führt die aufgenommene Wärme aber über Luft ab. Bei einem wassergekühlten Kaltwassersatz wird die Wärme dagegen zunächst an einen zweiten Wasserkreislauf übertragen und anschließend beispielsweise über einen Rückkühler, Trockenkühler oder Kühlturm an die Umgebung abgegeben.

Dabei kondensiert das Kältemittel und geht wieder vom gasförmigen in den flüssigen Zustand über.

4. Expansionsventil

Vor dem erneuten Eintritt in den Verdampfer durchläuft das flüssige Kältemittel das Expansionsventil.

Hier wird der Druck schlagartig reduziert.

Durch den Druckabfall sinkt gleichzeitig die Temperatur des Kältemittels erheblich, sodass es im Verdampfer erneut Wärme aufnehmen kann.

Der Kreislauf beginnt anschließend von vorne.

Schritt für Schritt: So funktioniert ein Kaltwassersatz

Der gesamte Prozess läuft kontinuierlich in einem geschlossenen Kreislauf ab.

  1. Warmes Wasser aus dem Verbraucher gelangt in den Verdampfer.
  2. Das Kältemittel nimmt die Wärme auf und verdampft.
  3. Der Kompressor verdichtet den Kältemitteldampf und erhöht Druck sowie Temperatur.
  4. Im Kondensator wird die Wärme an die Umgebung abgegeben.
  5. Das Kältemittel verflüssigt sich wieder.
  6. Über das Expansionsventil sinken Druck und Temperatur.
  7. Das nun kalte Kältemittel gelangt erneut in den Verdampfer und nimmt weitere Wärme auf.

Parallel dazu zirkuliert das gekühlte Wasser permanent zwischen Kaltwassersatz und den angeschlossenen Verbrauchern.

Welche Rolle spielt der Wasserkreislauf?

Der Wasserkreislauf ist vollständig vom Kältemittelkreislauf getrennt.

Eine Umwälzpumpe transportiert das gekühlte Wasser zu den angeschlossenen Anlagen. Dort nimmt das Wasser Wärme auf und fließt anschließend zurück zum Kaltwassersatz.

Typische Vorlauftemperaturen liegen je nach Anwendung zwischen 6 °C und 12 °C. In industriellen Prozessen können jedoch auch deutlich niedrigere oder höhere Solltemperaturen erforderlich sein.

Bei Außenaufstellung wird häufig ein Wasser-Glykol-Gemisch eingesetzt, um Frostschäden zu vermeiden.

Wo werden Kaltwassersätze eingesetzt?

Kaltwassersätze gehören heute zu den wichtigsten Komponenten der industriellen Kälteversorgung.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Produktionshallen
  • Lagerhallen
  • Rechenzentren
  • Lebensmittelindustrie
  • Pharmaindustrie
  • Chemische Industrie
  • Kunststoffverarbeitung
  • Druckereien
  • Krankenhäuser
  • Büro- und Verwaltungsgebäude
  • Lüftungsanlagen
  • Prozesskühlung von Maschinen

Insbesondere bei hohen Kühllasten oder mehreren Verbrauchern bietet ein zentraler Chiller deutliche Vorteile gegenüber dezentralen Klimageräten.

Fazit: So funktioniert ein Kaltwassersatz

Ein Kaltwassersatz arbeitet nach dem Prinzip eines geschlossenen Kältekreislaufs und entzieht einem Wasserkreislauf kontinuierlich Wärme. Über Verdampfer, Kompressor, Kondensator und Expansionsventil entsteht ein effizienter Prozess, der zuverlässig gekühltes Wasser für Klimatisierungs- und Prozessanwendungen bereitstellt.

Dank seiner Flexibilität, hohen Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit ist der Chiller heute aus vielen industriellen Anwendungen, Rechenzentren und großen Gebäuden nicht mehr wegzudenken.

FAQ zu Kaltwassersätzen

Was macht ein Kaltwassersatz?

Ein Kaltwassersatz kühlt Wasser oder ein Wasser-Glykol-Gemisch, indem er diesem Wärme entzieht und sie über einen Kältekreislauf an die Umgebung abgibt.

Das Gerät entzieht dem Wasserkreislauf über einen Verdampfer Wärme. Ein Kältemittel nimmt diese Energie auf, wird verdichtet, gibt die Wärme im Kondensator wieder ab und beginnt anschließend den Kreislauf erneut.

In vielen Klimatisierungsanwendungen liegt die Vorlauftemperatur zwischen 6 °C und 12 °C. In industriellen Prozessen können jedoch je nach Anforderung andere Temperaturbereiche erforderlich sein.

Glykol schützt den Wasserkreislauf vor Frost und verbessert den sicheren Betrieb bei niedrigen Außentemperaturen, insbesondere bei außen aufgestellten Anlagen.

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